Die Bedeutung des Einsatzes von digitalen Meiden (E-Learning) für Lehramtsstudierende

Die heutigen Studierenden verfügen zumeist über eine höhere Digital- und Medienkompetenz als

frühere Generationen, da viele von ihnen von Technik umgeben aufgewachsen sind. Dies dürfte jedoch

nicht unbedingt mit Souveränität des Umgangs gleichzusetzen sein, insbesondere in einem

Lernkontext. Aktuell gibt es zahlreiche fächerunspezifische Studien über die Einstellung zu und

Nutzung von digitalen Medien durch Studierende für deren Studium und den privaten Einsatz. Eine

wichtige Gruppe für das Lehren und Lernen mit digitalen Medien fehlt jedoch: Die Gruppe der

Lehramtsstudierenden. Gerade diese Gruppe soll innovative Maßnahmen mittels digitaler Medien im

Unterricht verwirklichen.

Fragestellungen: Wie wichtig ist Lehramtsstudierenden eine Unterstützung durch digitale

Lernangebote (E-Learning-Angebote)? Wie intensiv nutzen Lehramtsstudierende diese Angebote?

Welche Bedeutung kommt dem Präsenzunterricht für Lehramtsstudierende zu?

Theorie und Methodik: Obwohl breiter Konsens darüber besteht, dass die Vermittlung und Aneignung

von Medienkompetenz für die heutigen Lehramtsstudierenden lebenswichtig sind, wird dieser

studentischen Gruppe und den Lehrerbildnern nicht die Aufmerksamkeit in der Forschungslandschaft

geschenkt, die notwendig wäre, um die Nutzung, den Gebrauch und die Einschätzung von digitalen

Medien kontinuierlich zu analysieren und den Erwerb medienpädagogischer Kompetenzen bei

Lehramtsstudierenden zu forcieren.

Die Studie wurde als Pilotstudie (N=59) im Sommersemester (Mai 2016) gestartet und mittels

quantitativer Studierendenbefragung an der PH Kärnten durchgeführt (Paper-Pencil-Testung). Eine

nun erweiterte Stichprobe rekrutiert sich aus unterschiedlichen Seminargruppen des dritten, vierten

und sechsten Semesters für die Primarstufe/Sekundarstufe der PH Kärnten (Befragungszeitraum: März

bis Mai 2017). Nach erfolgter Grundauswertung (deskriptiv, univariat) werden bivariate Analysen für

die Nutzungsgewohnheit und das Nutzungsverhalten jedes einzelnen Befragten und durch Errechnung

von Korrelationskoeffizienten für die Beurteilung des digitalen Angebots, die Bedeutung persönlicher

Kontakte und für die studiumsspezifische Intensität der Nutzung digitaler Medien von

Lehramtsstudierenden durchgeführt.

Erwartete Ergebnisse: Die Ergebnisse der Pilotstudie bilden die Grundlage für weiterführende

Erkenntnisse über das medienbasierte Lehren und Lernen an Pädagogischen Hochschulen und

erscheinen für die Konzeption von E-Learning-Lehrveranstaltungen an österreichischen PH bedeutsam.

Quellenangaben: Kammerl, R. & Mayrberger, K. (2014). Medienpädagogik in der Lehrerbildung. Zum

Status Quo dreier Standorte in verschiedenen deutschen Bundesländern. In: Imort, P. (Hrsg.).

Grundbildung Medien in pädagogischen Studiengängen, S. 81–94. München: kopaed.

Kommer, S. & Biermann, R. (2012). Der mediale Habitus von (angehenden) LehrerInnen.

Medienbezogene Dispositionen und Medienhandeln von Lehramtsstudierenden. In: Schulz-Zander, R.,

Eickelmann, B, Moser, H., Niesyto, H. & Grell, P. (Hrsg.). Jahrbuch Medienpädagogik 9, S. 81–108.

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

 

Ansprechperson: Dr. Gerda Kysela-Schiemer, MA       Visitenkarte