Die Bedeutung des Einsatzes von digitalen Meiden (E-Learning) für Lehramtsstudierende

Auf der Suche nach effizienten, innovativen Maßnahmen für die Lehrer/innenaus- und Lehrer/innenfortbildung, werden auf der Grundlage konstruktivistischen Lernens E- Learning- und Blended Learning-Aktivitäten forciert. Besondere Beachtung soll dabei auch den Lehramtsstudierenden geschenkt werden.

Mark Prensky unterschied 2001 zwischen den „digital natives“ und „digital immigrants“ (Prensky, 2001, S. 1) und zeichnete mit seiner Einschätzung einen Wandel der Studierendenhaltung bezüglich des aktiven Einsatzes von digitalen Medien. Kritische Studien, die die Aussagen Prenskys widerlegen, mehren sich in den letzten Jahren. Die heutigen Studierenden verfügen wohl über eine höhere Digital- und Medienkompetenz als frühere Generationen, da viele von ihnen von Technik umgeben aufgewachsen sind, doch bedeutet dies nicht unbedingt einen souveränen Umgang damit, vor allem, wenn es sich um einen Lernkontext handelt.

Vielfach beachtet wird in diesem Zusammenhang die Studie von Persike und Friedrich zum Lernen mit digitalen Medien aus Studierendenperspektive, deren Zusammenfassung zeigt, „dass Studierende bei der Nutzung digitaler Medien zu einem Großteil eher konservativ agieren. Das Bild des vielseitig orientierten Studierenden, der sich aus dem umfangreichen Angebot verfügbarer Medien ein individuelles Lernportfolio  zusammenstellt, entspricht unabhängig vom Alter der Studierenden nicht der breiten Realität“ (Persike & Friedrich, 2016, S. 7).

In den Innovationsbemühungen für die Lehrer/innenbildung in den letzten Jahren wird die Aktivierung der Lehrkräfte als Lernende in den Mittelpunkt gerückt. Obwohl breiter Konsens darüber besteht, dass die Vermittlung und Aneignung von Medienkompetenz für die heutigen Lehramtsstudierenden überaus wichtig sind, kann von einer Kopplung der Nutzung und des Nutzungsverhaltens digitaler Medien zum Erwerb medienpädagogischer Kompetenzen nicht  ausgegangen werden. Die zugehörigen Fähigkeiten dafür wurden bislang zu wenig klar definiert und nicht allgemein unterrichtet. Mediale Angebote in der Lehrer/innenausbildung werden nach wie vor als wenig zielgerichtet und nicht auf Wirkung und Nachhaltigkeit überprüft charakterisiert (vgl. Kysela-Schiemer, 2015).

Ziel der Untersuchung ist eine differenzierte Erfassung der gegenwärtigen studiumsbezogenen  und privaten Mediennutzung von Lehramtsstudierenden (Nutzungsverhalten, Nutzungsintensität von digitalen Medien, persönliche und berufliche Bedeutung derselben). Es werden Fakten aufgezeigt, die als Basis für weitere Prognosen dienen und eine Diskussion notwendiger medienpädagogischer Kompetenzen für den Lehrer/innenberuf in Gang bringen, zudem werden Hinweise auf Trends und Widersprüche gegeben.

Ansprechperson: Gerda Kysela-Schiemer, Visitenkarte