Umgang mit Plagiaten

Der Umgang mit Plagiaten ist eine wichtige Frage, der sich jede tertiäre Bildungseinrichtung stellen muss. Die Frage ist in der seit 1. Oktober 2013 gültigen Prüfungsordnung der Pädagogischen Hochschule Kärnten eindeutig geklärt: Alle Lehrenden sind verpflichtet, dem Verdacht eines Plagiats nachzugehen (wenn z.B. auffallende Stilunterschiede in Seminararbeiten auftreten, ungewöhnliche Wendungen verwendet werden o.ä. Die heutigen technischen Hilfsmittel erleichtern zwar das Plagiieren selbst, aber auch das Erkennen und Ermitteln der Plagiate! Über unsere Lernplattform Moodle wird Ihnen eine Software zum Erkennen von Plagiaten zur Verfügung gestellt. Ein Plagiat bezeichnet die ganze oder teilweise Übernahme eines fremden Textes oder einer Textpassage ohne wissenschaftlich korrekte Angabe der Quelle und des Verfassers bzw. der Verfasserin.

Ein Plagiat in einer für die Leistungsanforderungen einer Lehrveranstaltung geforderten Arbeit entspricht einer Täuschung. Beim Nachweis eines Plagiats in schriftlichen Abschlussarbeiten (Seminararbeiten, Portfolios, lehrgangsbegleitende Arbeiten) gilt die Lehrveranstaltung als "nicht beurteilt". Die "Nicht-Beurteilung" muss in PH-Online vermerkt werden, hat die Konsequenz eines "Nicht Genügends" und gilt damit als Prüfungsantritt. Der/die Studierende hat das Recht, die Prüfungsarbeit zu wiederholen (§ 45 HG 2005).

Parallel dazu muss der Fokus unserer Arbeit an der Hochschule aber stärker auf der Aufklärung und guter Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten liegen und Grundfragen, wie z.B. "Was ist ein Plagiat, warum darf nicht plagiiert werden und wie arbeitet man richtig?", dienen der Information der Studierenden und Vorbeugung von Plagiaten.

Der Aufbau einer selbstverständlichen Grundhaltung wissenschaftlicher Redlichkeit kann jedoch nicht allein an die Lehrveranstaltung "Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten" delegiert werden. Es ist Aufgabe aller Lehrenden, diese Grundhaltung bei Studierenden zu unterstützen, indem sie selbst diese Haltung konsequent vorleben. Dazu zählen:

  • Aussagen in Lehrveranstaltungen immer mit Literaturverweisen belegen (konkrete Hinweise anstelle allgemeiner Literaturlisten)
  • Aussagen auf Präsentationen korrekt zitieren
  • Aufgaben stellen, die Plagiate erschweren (z.B. statt umfangreichen Allgemeinthemen, begrenzte Fragestellungen, die Argumentation unter Einbeziehung begrenzter Literatur verlangen). Weniger ist hier unbedingt mehr!
  • Studierende, die sich erst im wissenschaftlichen Arbeiten üben, brauchen hier Unterstützung in allen Lehrveranstaltungen!

Das Rektorat weist darauf hin, dass Studierende ein Recht haben, auf schriftliche Arbeiten wie auf alle anderen Leistungen eine Rückmeldung zu bekommen, an der sie lernen und wachsen können!​