Christian Pichler wurde die Venia docendi für Geschichtsdidaktik verliehen

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Fähigkeiten fördern und Fertigkeiten entwickeln. Unter dieser Prämisse steht kompetenzorientierter Unterricht. Im Fach Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung meint das die Substituierung des Lernziels der Aneignung kurzfristig „abrufbarer“ Daten und Fakten zugunsten eines deutlicher ausgeprägten lebenspraktischen Nutzens: ein besseres Zurechtfinden im Leben und Kritikfähigkeit. Aufbau und Entwicklung historischer und politischer Kompetenzen wandeln folglich den Menschen und ändern den Unterricht. Der Gegenstand mutiert „vom Pauk- zum Denkfach“ (Waltraud Schreiber). Ansprüche dieser Art ermuntern Wissenschaft und Bildungspolitik zur Vergewisserung der Ziel-Erreichung. 2012 wurde die österreichische Reifeprüfung mit der Intention reformiert, fachliche Kompetenzen augenscheinlich zu machen und ihren Entwicklungsgrad einzuschätzen. Da sich Kompetenzen geisteswissenschaftlicher Domänen überwiegend in mentalen Prozessen manifestieren, die ihrer Tiefe methodisch kaum auslotbar sind, erscheint es gewagt, historische und politischen Kompetenzen “messen“ zu wollen. Dennoch unternimmt die vorliegende Studie den Versuch, auf der Basis der Theorie des Kompetenzmodells der Gruppe FUER Geschichtsbewusstsein (Grundlage der Lehrpläne) und dessen Erwartungen an eine Kompetenzprogression mittels Unterrichts, die Erscheinungsform und Ausprägung fachlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten zu untersuchen. Zu diesem Zweck wurden aus 30 Reifeprüfungsperformanzen mittels Inhaltsanalyse domänenspezifische Fähigkeiten und Fertigkeiten extrahiert und die Ergebnisse Niveaubereichen zugeordnet. Die Ergebnisse sind bemerkenswert und in der Publikation nachzulesen. 

Die Studie ist das zentrale Element des Habilitationsverfahrens von Christian Pichler gewesen. Die Paris-Lodron-Universität Salzburg hat ihm die Venia docendi für Geschichtsdidaktik verliehen.