Trauma – Erinnerung als Quelle der sinnstiftenden Persönlichkeitserneuerung

Wer seine Geschichte nicht kennt ist gefährdet, von frühen Prägungen und oftmals unbewusst gelernten Mustern an der eigenen Lebensentfaltung gehindert und von selbstschädigenden Verhaltensweisen eingeschränkt zu werden. Die Psychoanalyse Sigmund Freuds ist die bekannteste Form der Erforschung von Erlebnissen positiver oder negativer Natur, die den Menschen in seiner Entwicklung begleiten und oft nachhaltig beeinflussen. Andere, weniger tiefenpsychologisch orientierte, Schulen der Psychotherapie haben unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt, um Menschen zu helfen, ihre Herkunft und das Werden ihrer Person zu beleuchten. Neben der Suche nach Lust und Macht, neben dem Sinnstreben und der Sehnsucht nach Anerkennung und Geborgenheit geht es dem Menschen letztlich darum, eine angenehme Gegenwart zu leben und sich in eine aussichtsreiche Zukunft hinein zu entwickeln. Zugehörigkeit zu einer Gruppe / Familie ist ebenso wichtig, wie die Individualität, die den Menschen einzigartig und einmalig macht und ihn auch der Vergänglichkeit trotzen lässt. Im Workshop wird den TeilnehmerInnen das Grundkonzept der autobiographisch fokussierten  Persönlichkeitsbildung und Ressourcenstärkung vorgestellt. Die Bedeutung unserer Herkunft und des Wissens über unsere eigene Geschichte wird gemeinsam herausgearbeitet. Mögliche Blockaden und Verdrängungen in der Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie werden aus psychotherapiewissenschaftlicher Perspektive herausgearbeitet und praktische Lösungen erarbeitet. Die eigene Geschichte steht der Entwicklung der Persönlichkeit nur all zu oft im Wege! Die Kombination der Existenzanalyse Viktor Frankls mit dem familientherapeutischen Konzept Harry Merls, das er den „Traum vom gelungenen Selbst“ nennt gibt uns ein gutes Werkzeug in die Hand, um aus der eigenen Autobiographie Kraft zu schöpfen und die Möglichkeiten für eine persönliche Erneuerung zu nützen. Sich mit einem Lotsen auf den begleiteten Weg der eigenen Erinnerung zu begeben kann für jeden zu wesentlichen Entdeckungen von ungeahnten Fähigkeiten und Potentialen führen.

Harald Mori

Geb. 1962 in Klagenfurt am Wörthersee. Teilstudium Humanmedizin in Graz und Wien, Ausbildung zum Psychotherapeuten (Existenzanalyse undLogotherapie) in Wien und Fürstenfeldbruck sowie bei Prof. Viktor Frankl, Zertifizierung 1991. Listeneintragung beim Gesundheitsministerium 1993. Seit 1991 freie Praxis für Psychotherapie in Wien. Intensivfortbildung in Psychoonkologie. Präsident der MFA-Medical Viktor Frankl Association Vienna und von KIEL-Kärntner Institut für Existenzanalyse und Logotherapie. Über 20 Jahre lang Lehrtherapeut für Psychotherapie. Seit 1992 Lektor für Existenzanalyse und Logotherapie (EALT) an der Psychiatrischen Univ.-Klinik der Medizinischen Universität Wien. (Viktor Frankl Vorlesung und Seminar). Internationale Tätigkeit in Lehre und Forschung, zuletzt in Japan, Russland, Kasachstan und Peru. Schüler und Assistent von Prof. Frankl 1987-1997. Spezialisierung Psychotherapie in der Gynäkologischen Onkologie (AGO Österreich) sowie in systemischer Familientherapie bei Prof. Harry Merl. Viktor-Frankl-Preisträger 2007 (Förderungspreis).