Gerettete Bücher und ihr Einsatz im Unterricht

In so manchem Fluchtgebäck von Emigrant_innen befanden sich auch Teile ihrer, oft über Generationen hinweg aufgebauten Bibliothek. Bücher zählten zu den wertvollen Überbleibseln einer verlorenen Heimat, die oft weiter Sprachheimat blieb. Humanistische Bildung wurde zumeist über die Klassiker erworben. Aus der Sprache haben sich die Flüchtenden nicht vertreiben lassen, pflegten sie weiterhin in Wort und Schrift. Welches Schicksal nahmen ihre Bücher?  Ausgehend von eigenen Zeitzeug_innenbegegnungen mit Überlebenden der Shoah (vorwiegend in Israel, über 20 Jahre lang) und dem Projekt von Gabi Goldwein, welches ich im Schuljahr 2018/2019 mit einer Deutsch-Klasse durchgeführt habe, sollen in diesem Workshop gerettete Bücher zum Reden gebracht werden.

Andrea M. Lauritsch

Derzeit Professorin für Geschichte und politische Bildung sowie Deutsch am BRG/BG St. Martin, Villach. Langjährige Arbeit als Historikerin im Universitäts-, Ausstellungs- und Museumsbereich. Mitbegründerin des Projekts „Mnemosyne. Gesellschaft für Erinnerung“ im Jahre 1986 (ZEIT-schrift, Buchreihe, Veranstaltungen) an der UNI Klagenfurt. Forschungsschwerpunkte: Jüdische Kulturgeschichte, Geschlechter- und Regionalgeschichte. Zahlreiche Veröffentlichungen: u. a. Zions Töchter: Jüdische Frauen in Literatur, Kunst und Politik (Edition Mnemosyne). Wien: LIT-Verlag 2006; „An uns, ihr Frauen, ist die Reihe" - 100 Jahre Frauenwahlrecht. Historische Streifzüge durch Kärntens Geschichte. Klagenfurt: Heyn Verlag 2018.