Sinn und Erinnerung

Viktor Frankl Symposium 2021

Das Programm für das Viktor Frankl Symposium 2021 steht fest. Unser Ziel ist es, uns dem Thema Sinn und Erinnerung aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu nähern. Dabei ist es uns auch heuer gelungen, höchstinteressante Persönlichkeiten als Vortragende und Workshopleiter_innen zu gewinnen.

Margit Fischer, Trägerin des Viktor Frankl Preises der Stadt Wien und Gattin des ehemaligen österreichischen Bundespräsidenten, hält den Eröffnungsvortrag zum Thema Was wir weitergeben.
Weitere Vorträge halten die Kommunikationsdozentin Pamela Emmerling, der Erziehungswissenschaftler Peter Gstettner und die Ärztin, Psychotherapeutin und Holocaust-Überlebende Eva Umlauf.
Workshops finden unter der Leitung von Pamela Emmerling, Peter Gstettner, Eva Umlauf, Otto Teischel, Harald Mori, Andrea Lauritsch, Alma Brkic-Elezovic, Nadja Danglmaier und Lydia Burchhardt statt.

Zum 13. Mal wird unsere Hochschule zum Forum für einen lebendigen Gedankenaustausch über das Werk Viktor Frankls. Menschen, die es bewegt, beeinflusst, inspiriert hat, oder die es näher kennenlernen möchten, denken gemeinsam mit den Vortragenden über die Lehre des Gründers der dritten Wiener Schule der Psychotherapie und ihre Bedeutung für Leben, Lernen, Selbst und Gesellschaft nach. Heuer steht unser Symposium unter dem Zeichen der Erinnerung. Diese hat viele Facetten, persönlich, gesellschaftlich, historisch, positiv, konstruktiv, negativ, destruktiv. Sein Hauptbestandteil ‚innen‘ sagt uns viel: da ist etwas nicht gleich sichtbar. Viktor Frankl spricht von den Scheunen der Vergangenheit, in denen nichts unwiederbringlich verloren, vielmehr alles unverlierbar geborgen ist. „Nichts lässt sich aus der Welt schaffen, was einmal geschehen ist: kommt nicht alles nur umso mehr darauf an, dass es in die Welt geschaffen wird?“ schreibt er. Wir wollen die Erinnerung als Ressource erfassen, als Quelle und Motor für Sinn im Leben eines jeden einzelnen und von uns allen als Gesellschaft.

Die Scheunen der Erinnerung brauchen Licht und Ordnung, denn das, was sich darin versteckt, wird schnell zur Bedrohung. Viel muss angesprochen und ausgesprochen werden, damit es nicht zum Virus mutiert, der die Erinnerung statt zum fruchtbaren Boden der Entwicklung zum Besseren zum Nährboden für Stagnation oder sogar Leid und Schrecken werden lässt. Margit Fischer schildert uns persönliche Aspekte der Erinnerung, Pamela Emmerling zeigt, wie die richtigen Worte zur guten Erinnerung werden, Eva Umlauf beleuchtet das Erinnern der Seele und Peter Gstettner die große Bedeutung der Erinnerungsarbeit. Die Referent_innen der Workshops werden eine Vielfalt an Erinnerungsthemen lebendig werden lassen. Denn alles, was wir „in die Welt schaffen,“ ist Teil eines großen Ganzen, sei es eines Menschenlebens oder des Weltganzen.

Jutta Clarke, Inst. für Schulentwicklung und Päd. Prakt. Studien, PH Kärnten