Forschung

Doch Forschung strebt und ringt, ermüdend nie,

nach dem Gesetz, dem Grund, Warum und Wie!

                          Johann Wolfgang von Goethe

 

Große Bedeutung hat das hochschuldidaktische Konzept des „Forschenden Lernens“, das sich am Paradigma der Praxisforschung orientiert. Studierende entwickeln selbstständig eine für sie relevante Fragestellung oder Hypothese, suchen mit Hilfe verschiedener Methoden nach Antworten, gestalten und reflektieren den Forschungsprozess und dokumentieren und präsentieren ihre Ergebnisse.
Ziel ist es, die Studierenden dabei zu unterstützen, die für die Profession notwendigen Kompetenzen während der Ausbildung zu entwickeln, den Blick auf die verschiedenen Ebenen der Profession des Lehrberufs kennen zu lernen, zu erweitern, zu reflektieren und damit ihren professionellen Habitus zu stärken.
Einen besonderen Stellenwert hat auch die fachdidaktische Forschung - im Fokus stehen dabei Unterrichtskonzepte aus dem Bereich Literacy / Lesen und Schreiben, die Untersuchung der Nachhaltigkeit von kompetenzorientiertem Unterricht in den Geisteswissenschaften und von außerschulischen Lernstandorten in den Naturwissenschaften.
Die Beforschung und Evaluation von Fortbildungsangeboten leistet einen Beitrag zu wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen und zur Entwicklung eines wirksamen Angebots für Lehrerinnen und Lehrer aller Schultypen.
Mitarbeiter/innen und Mitarbeiter der Aus-, Fort- und Weiterbildung arbeiten und forschen in verschiedenen Forschungsbereichen und beteiligen sich an Projekten in nationalen und internationalen Kooperationen.


Forschungsprojekte


Schreiben und Lesen lernen mit digitalen Medien. Vorstellung von literaturbasierten Kriterien für digitale Übungen zum Erstlesen und Erstschreiben

Digitale Übungen werden zunehmend für den anfänglichen Schriftspracherwerb, für das Erstlesen und Erstschreiben, verwendet. Dies erfordert nicht nur eine kritisch-reflektierte Haltung beim Einsatz verfügbarer digitaler Übungen, sondern insbesondere fachwissenschaftliches, fachdidaktisches und mediendidaktisches Wissen für die Erstellung derselben. Im Projekt SCHLEMEDI (Schreiben und Lesen mit Medien – Digital) wurde theoretisch fundiert und literaturbasiert ein Kriterienkatalog dafür erarbeitet, und es wird anhand von konkreten Beispielen Hilfestellung gegeben ... mehr

Vorstellung des Kriterienkatalogs anlässlich der Jahrestagung des Forum Primar durch HS-Prof. Dr. Konstanze Edtstadler (Projektleitung, PHSt) und HS-Prof. Dr. Gerda Kysela-Schiemer (PHK) in Eisenstadt, Ende Februar 2020: https://www.phst.at/schnellzugriff/aktuelles/detailinformation-zur-nachrichten/article/forschungsfeld-b-ildung

 

Ansprechperson: Gerda Kysela-Schiemer, Visitenkarte


Orientierungspunkte für „gute Lehre“ zu Global Citizenship Education im Kontext von Lehrer/innenbildung in Kooperation mit Ursula Maurič/Pädagogische Hochschule Wien

Basierend auf einem kritischen und interdisziplinären Ansatz der Global Citizenship Education (GCE) wurde an zwei österreichischen Pädagogischen Hochschulen in Kärnten und Wien ein Forschungsprojekt entwickelt, um Bezugspunkte für die Vermittlung von GCE in der Hochschulbildung zu identifizieren. Das Projekt bedient sich der Aktionsforschung für die Datenerfassung und -analyse. Während des laufenden Forschungsprozesses werden fünf

Arten von Daten gesammelt: Feldnotizen von Peer-Beobachtungen, formale halbstrukturierte Peer-Interviews, Forschungstagebücher, Projektdokumente wie Abschlussarbeiten und Feedback von Student/innen sowie Expert/inneninterviews. Auf der Suche nach Bezugspunkten für die Lehre von GCE anerkennen die Forscher/innen gleichzeitig die Notwendigkeit einer kritischen Analyse der Rahmenbedingungen für GCE an Hochschulen.

Ansprechperson: Josefine Scherling, Visitenkarte


LesenSchreibenLesen in der Sekundarstufe 1. Der Einfluss von Aufgabenarrangements auf die Textkompetenzen

Das Forschungsprojekt zum Lesen und Schreiben wird in zwei ersten Klassen der Praxisschule der PHK durchgeführt. Die Kinder werden zwei Jahre lang von einem Team begleitet und erhalten einmal im Semester eine Intervention, nämlich Aufgabenarrangements zum Lesen und Schreiben. Sie müssen Texte lesen und dazu kleine Textbausteine verfassen. Mit deren Hilfe sollen sie schließlich einen eigenen längeren Text schreiben, der sich auf den Ausgangstext bezieht.

Informationen beziehen die Forscherinnen aus regelmäßigen Befragungen der Kinder zum Lesen und Schreiben, aus Interviews mit den beteiligten Lehrerinnen, aus Beobachtungen der Kinder sowie aus Analysen der verfassten Textprodukte. Erwartet werden insgesamt positive Auswirkungen auf

·         die Lese- und Schreibstrategien der Kinder,

·         die Lese- und Schreibprozesse der Kinder und

·         die Qualität der Textprodukte der Kinder.

 

Ansprechperson: Elfriede Witschel, Visitenkarte


Habilitationsprojekt: Geschichtsdidaktik (abgeschlossen)

Die Studie gehört in die  Kategorien Geschichtsbewusstseinsforschung und Ergebnisforschung. Untersuchungsgegenstand sind Geschichtsreifeprüfungen, deren Performanz auf Kompetenz-Evidenz und Ausprägungsgrad fachlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten untersucht wird. Als Forschungsmethode kommen Qualitative Inhaltsanalyse (Erhebung der Kompetenzen) und Kompetenz-Rating (Graduierung) gemäß eines aus der Theorie abgeleiteten Rasters zur Anwendung. Es handelt sich um eine Ad-hoc-Studie aus der Domäne Geschichtsdidaktik.

 

Ansprechperson: Christian Pichler, Visitenkarte


Habilitationsprojekt: E-Learning in der Lehrerbildung. Akzeptanz und Wirksamkeit von E-Learning-Maßnahmen für Pflichtschullehrkräfte

Auf der Suche nach effizienten, innovativen Maßnahmen für die Lehrerbildung werden auf der Grundlage konstruktivistischen Lernens E-Learning- und Blended Learning-Aktivitäten forciert. Sie gelten als Hoffnungsträger einer möglichen Veränderung der herkömmlichen Lehrerbildung. E-Learning-Maßnahmen sind jedoch immer mit Veränderungs- und Anpassungsprozessen sowie ungewohnten Lern- und Arbeitsformen verbunden und stoßen deshalb nicht selten auf Widerstand und Akzeptanzprobleme – so auch in der Lehrerbildung.

Die Studie nimmt Bezug zum Wissensstand und greift Defizite zum Stand der Forschung über Akzeptanz und Wirksamkeit von E-Learning-Maßnahmen in der Lehrerbildung auf. Mittels eines Akzeptanzfaktorenmodells wird gezeigt, dass Akzeptanz einen wichtigen Aspekt in der Lehrerbildung mit E-Learning darstellt. Die Bedeutung von personenbezogenen und kontextbezogenen Faktoren sowie Faktoren der persönlichen Nutzung und Wahrnehmung als Formen der Akzeptanz von Lehrpersonen werden untersucht, und die Nutzungsakzeptanz digitaler Medien von Lehramtsstudierenden für Studium und zu privaten Zwecken wird analysiert. In der Studie wurde systematisch, qualitativ und quantitativ, über einen Zeitraum von insgesamt mehr als zehn Jahren in Österreich, gearbeitet.

 

Ansprechperson: Gerda Kysela-Schiemer, Visitenkarte

Habilitationsschrift von Gerda Kysela-Schiemer, eingereicht an der Universität Paderborn, Deutschland, positiv begutachtet per März 2020



Begleitforschung zum Unterrichtsmodell Kultur(en)-Ethik-Religion(en)

Projektdauer: 2018 - 2021

Laut dem Regierungsprogramm von 2018 bis 2022 wird eine „Weiterführung von bestehenden Modellen des kooperativen und dialogischen Religionsunterrichts“ (S. 65) unter Wahrung der Konfessionalität angestrebt sowie ein verpflichtender Ethikunterricht angeboten, der für alle, die keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen, verpflichtend ist.

Das Begleitforschungsprojekt, das im Sinne der Aktionsforschung geplant wurde, soll nach einer ersten Erhebung der beiden dialogisch-kooperativen Religionsunterrichtsprojekte an den Standorten NMS St. Veit an der Glan und Verbundschule NMS Klagenfurt, Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Unterrichtsmodells geben, darauf aufbauend eine Planung und Organisation der Fortbildung für die LehrerInnenteams ermöglichen und die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien und Unterrichtsmedien forcieren.

 

Ansprechperson:

Isolde Kreis, Visitenkarte